Schockanrufe in Straubing und im Landkreis: Seniorin verliert Schmuck
Telefonbetrüger sind derzeit erneut in Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen aktiv. Während eine 85-jährige Straubingerin Schmuck im niedrigen fünfstelligen Wert an einen unbekannten Abholer übergab, wurden auch aus Wiesenfelden und Sankt Englmar mehrere Schockanrufe gemeldet.
Am Mittwoch, 2. September, erhielt die Seniorin einen Anruf von einem Mann, der sich als Arzt ausgab. Er behauptete, ihr Sohn sei schwer erkrankt und benötige dringend Medikamente. Dafür müsse eine Anzahlung geleistet werden.
Gegen 18.45 Uhr erschien ein bislang unbekannter Abholer an einem vereinbarten Treffpunkt in der Nähe des Schanzlwegs und des Johann-Göls-Wegs. Die Frau übergab ihm Schmuck im Wert eines niedrigen fünfstelligen Eurobetrags. Anschließend entfernte sich der Mann in Richtung St.-Elisabeth-Straße.
Der Abholer wird als etwa 1,75 Meter groß und schlank beschrieben. Er hatte braune Haare und trug ein schwarzes T-Shirt sowie eine schwarze kurze Hose.
Auch im Landkreis mehrere Betrugsversuche
Bereits am Dienstag und Mittwoch kam es im Bereich der Polizeiinspektion Bogen zu mehreren Schockanrufen. Betroffen waren unter anderem Menschen in Wiesenfelden und Sankt Englmar. Die Anrufer gaben sich beispielsweise als Mitarbeiter eines Krankenhauses aus und berichteten von angeblichen Klinikaufenthalten naher Angehöriger.
Die aktuellen Fälle zeigen, dass die Täter sowohl in Städten als auch in kleineren Gemeinden gezielt nach möglichen Opfern suchen. Die Warnung sollte deshalb in der gesamten Region ernst genommen werden. Besonders wichtig ist es, mit älteren Angehörigen, Nachbarn und Bekannten über diese Betrugsmasche zu sprechen.
So reagieren Sie richtig
- Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort.
- Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer selbst an.
- Geben Sie am Telefon keine Auskunft über Geld, Schmuck oder andere Wertsachen.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – auch dann nicht, wenn der Anrufer eine besonders dramatische oder dringende Geschichte erzählt.
- Informieren Sie bei einem verdächtigen Anruf die Polizei über den Notruf 110.
- Vereinbaren Sie innerhalb der Familie ein Kennwort, mit dem sich Angehörige in einem tatsächlichen Notfall identifizieren können.
Zeugen weiterhin gesucht
Die Kriminalpolizei Niederbayern hat die Ermittlungen übernommen. Wer am Mittwoch gegen 18.45 Uhr im Bereich Schanzlweg, Johann-Göls-Weg oder St.-Elisabeth-Straße verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Straubing unter 09421/868-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.