Tigers beißen im Schlussdrittel zu: 4:2-Derbysieg gegen München

Tigers beißen im Schlussdrittel zu: 4:2-Derbysieg gegen München
Bild: NeunVierDrei.de

Ein schwächerer Mittelabschnitt, ein starker Jakub Škarek und drei Tore im Schlussdrittel: Die Straubing Tigers haben Red Bull München am Freitagabend mit 4:2 besiegt. Vor 5.635 Zuschauern im ausverkauften Eisstadion am Pulverturm verdiente sich das Team von Trainer Craig Woodcroft die drei Punkte mit einer deutlichen Steigerung in der entscheidenden Phase. 

Straubing. Dieser Derbysieg musste erarbeitet werden. Beim 4:2 (1:1, 0:0, 3:1) gegen den EHC Red Bull München am 30. Oktober zeigten die Tigers einen druckvollen Beginn, überstanden eine schwierige Phase und fanden rechtzeitig zu ihrer Durchsetzungsstärke zurück. Durch den Erfolg zogen sie in der Tabelle an den Gästen vorbei. 

Dabei hatte die Partie eine besondere Vorgeschichte: Beim letzten Aufeinandertreffen in der Vorsaison waren die Straubinger in München mit 1:10 untergegangen. Diesmal bestimmten sie den Auftakt. Stefan Loibl brachte die Gastgeber nach 7:42 Minuten in Führung. Lange hielt das 1:0 allerdings nicht: Jeremy McKenna bediente Tobias Rieder, den Straubings Defensive zu frei zum Abschluss kommen ließ. Der Nationalstürmer überwand Škarek zum Ausgleich (10:17). Schon vor der ersten Pause war Straubings Torhüter gefordert. Auch eine zwischenzeitliche doppelte Unterzahl überstanden die Tigers ohne weiteren Gegentreffer. 

Im Mitteldrittel verlieren die Tigers den Zugriff

Der zweite Abschnitt war trotz guter Anfangsminuten die schwächste Phase der Hausherren. Filip Varejcka hatte zunächst eine große Gelegenheit, scheiterte aber an Münchens Torwart Antoine Bibeau. Anschließend gelang es Straubing zu selten, den anfänglichen Druck aufrechtzuerhalten. München gewann mehr Zweikämpfe und zwang die Tigers häufiger zur Arbeit im eigenen Drittel. 

Eine Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis verschärfte die Situation. Škarek verhinderte gegen Veit Oswald und McKenna einen Rückstand, Rieder traf bei einem Alleingang den Außenpfosten. Die Tigers blieben mit eigenen Chancen gefährlich. 

Die Einordnung dieses Mittelabschnitts fällt deshalb differenziert aus: Von einer durchgehenden Münchner Dominanz konnte keine Rede sein. Dennoch fehlte Straubing nun die Griffigkeit, um dem Spiel dauerhaft den eigenen Rhythmus aufzuzwingen. Das 1:1 zur zweiten Pause hielt alle Möglichkeiten offen – auch dank des starken Rückhalts im Tor.

Brandl und Brandt stellen die Weichen

Selbst zu Beginn des Schlussdrittels hatte München durch Brady Ferguson eine gute Gelegenheit. Das Tor fiel auf der anderen Seite: Linus Brandl lenkte einen Schuss von Alex Green zum 2:1 ab (43:21). Nach Videoüberprüfung wurde der Treffer anerkannt. 

Straubing setzte nun die entscheidenden Akzente. Marcel Brandt erhöhte mit einem wuchtigen Schuss auf 3:1 (48:11), Nick Halloran sorgte im Powerplay für das 4:1 (55:00). Aus dem engen Derby war innerhalb weniger Minuten eine Partie mit klaren Vorteilen für die Tigers geworden. 

Die Erklärung lag auch in den Duellen um die Scheibe: Nach Angaben der Tigers gewannen sie im Schlussabschnitt 63 Prozent der Zweikämpfe. Ein deutlicher Hinweis darauf, weshalb die Gastgeber gerade jetzt den Unterschied machten. 

München nahm Bibeau zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Lucas Thaler verkürzte noch auf 4:2 (58:31), Ryan Murphy traf anschließend den Pfosten. Die Punkte blieben in Straubing. 

Ein Erfolg mit Aussagekraft

Nach den Niederlagen gegen Berlin, Mannheim und Köln gelang den Tigers damit ein Sieg gegen einen weiteren hoch eingeschätzten Gegner.  Die Leistung war über 60 Minuten keineswegs makellos. Gerade deshalb hat dieser Abend Gewicht: Straubing überstand seine schwächere Phase und steigerte sich, als das Derby entschieden wurde.

Weiter geht es am Sonntag, 1. November, um 14 Uhr bei den Pinguins Bremerhaven. 

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