Hubert Aiwanger: Ein Niederbayer, der für unsere Heimat anpackte

Hubert Aiwanger: Ein Niederbayer, der für unsere Heimat anpackte
Bild: NeunVierDrei.de

Bodenständig, direkt und mit Leidenschaft für seine Überzeugungen: Hubert Aiwanger gehörte zu den unverwechselbaren Stimmen Bayerns. In Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen hinterlässt er Spuren, die weit über politische Debatten hinausreichen.

Straubing/Straubing-Bogen. Er sprach deutlich, suchte die Auseinandersetzung und blieb seiner niederbayerischen Herkunft verbunden. Am 4. November ist Hubert Aiwanger im Alter von 55 Jahren in Berlin gestorben. Seit 2018 war er bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Für unsere Region bleibt die Erinnerung an einen Politiker, der sich für ihre wirtschaftliche Zukunft einsetzte.

Als unser stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister trug er Verantwortung für ganz Bayern. Zugleich war er ein Förderer unserer Heimat: In der Stadt Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen unterstützte er Projekte, die Menschen vor Ort zugutekommen und Perspektiven schaffen. Deshalb möchten wir bei NeunVierDrei.de an ihn erinnern, an den Menschen und an das, was er hier mit auf den Weg gebracht hat.

Der in Ergoldsbach geborene Agraringenieur kannte die Lebenswelt des ländlichen Raums aus eigener Erfahrung. Seine direkte Art machte ihn zu einem streitbaren Politiker. Seine Weggefährten betonen jetzt vor allem seine Bürgernähe, seine Bodenständigkeit und die Bereitschaft, Anliegen im persönlichen Gespräch aufzunehmen. Armin Kroder, stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler, würdigt auch seine Fähigkeit, aus unterschiedlichen Ansichten etwas Gemeinsames entstehen zu lassen.

Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt erinnert an einen „Herzensmenschen für die Heimat“. Ein persönlicher Blick auf einen Mann, der als Landes- und Bundesvorsitzender seine Partei prägte und dabei die Nähe zu den Menschen suchte.

Zukunft für den Gäuboden

Wie konkret sein Einsatz werden konnte, zeigt der BioCampus MultiPilot im Hafen Straubing-Sand. Aiwanger übergab zunächst einen Förderbescheid über 40 Millionen Euro. Auf sein Betreiben stellte der Ministerrat 2022 weitere 40 Millionen Euro bereit. Die Anlage soll Unternehmen ermöglichen, Verfahren mit nachwachsenden Rohstoffen vom Labor in größere Produktionsmaßstäbe zu bringen. Dahinter steht eine Perspektive, die zum Gäuboden passt: aus heimischen Rohstoffen neue Produkte und wirtschaftliche Chancen entwickeln.

Ein zweites, für viele Menschen unmittelbar erlebbares Beispiel ist das NAWAREUM in Straubing. Das 2023 eröffnete Mitmachmuseum macht erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit verständlich. Die 27 Millionen Euro für Gebäude und Ausstellung finanzierten Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium gemeinsam, jeweils zur Hälfte. Aiwanger begleitete damit ein Gemeinschaftsprojekt, das Straubing als Bildungs- und Ausflugsziel bereichert.

Auch der Tourismus im Landkreis profitierte von konkreter Unterstützung. Im Januar 2025 übergab Aiwanger 1,2 Millionen Euro Förderung für die Erweiterung und Modernisierung des Rodel- und Freizeitparadieses in Sankt Englmar. Ein greifbarer Beitrag für eine Branche, von der in unserer Region viele Betriebe und Familien leben.

Was hier bleibt

Diese Projekte wurden von vielen Menschen gemeinsam getragen. Aiwangers Beitrag war, ihnen als Wirtschaftsminister Rückhalt zu geben und wichtige Förderentscheidungen mitzutragen oder voranzubringen.

Für die Stadt Straubing und den Landkreis Straubing-Bogen bleibt damit mehr als die Erinnerung an einen bekannten Politiker: Es bleiben geförderte Einrichtungen, neue Möglichkeiten und Vorhaben, die weiter in die Zukunft reichen. Und das Bild eines Niederbayern, der seine Heimatverbundenheit mit dem Willen verband, hier etwas zu bewegen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

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